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Ein Weltrekord zwischen Ararat und Aragats


Manchmal entstehen die größten Momente dort, wo man sie am wenigsten erwartet.

Seit Monaten bin ich unterwegs mit meinem Langzeitprojekt #Project3M+2. Mein Ziel: mehr als fünf Millionen Höhenmeter auf Skiern talwärts zu sammeln. Eine verrückte Idee vielleicht – aber genau solche Ideen treiben mich an. Ursprünglich sollte dieses Projekt irgendwann zu meinem 15. Ski-Weltrekord führen. Dass es aber in Armenien einen weiteren Ski-Weltrekord gibt, hätte ich allerdings selbst nicht gedacht.


Ein unerwarteter Ort für einen Rekord



Armenien ist nicht unbedingt das erste Land, das einem einfällt, wenn man an Skifahren denkt. Und genau deshalb hat mich diese Reise so fasziniert. Das Land ist geprägt von beeindruckenden Hochgebirgslandschaften: Gipfel über 4.000 Meter, die Hauptstadt Jerewan selbst liegt schon auf über 1.000 Metern Höhe, und über allem thront der legendäre Ararat – das Nationalsymbol Armeniens.

Mein Ziel war das noch junge Skigebiet Myler. Als ich dort ankam, wusste ich sofort: Hier steckt unglaubliches Potenzial. Schon am ersten Tag begann ich damit, Höhenmeter zu sammeln. Die Bedingungen waren nahezu perfekt: Abfahrten mit bis zu 1.000 Höhenmetern pro Run, kurze Liftzeiten und eine Infrastruktur, die zwar noch im Aufbau ist – aber gerade deshalb vieles möglich macht, was in den Alpen komplizierter wäre. Und das Ganze mit Blick auf den über 4.000 Meter hohen Aragats.


Der Moment, in dem aus einer Idee ein Rekord wurde



Nach nur wenigen Tagen wurde mir klar: Hier geht mehr als nur Höhenmeter sammeln. Vielleicht ist hier sogar noch ein weiterer Weltrekord möglich. Drei Tage nach meiner Ankunft traf ich die Entscheidung: Ich greife die Bestmarke an.

Am Donnerstag zwischen 11:20 und 12:20 Uhr startete ich meinen Versuch. Eine Stunde – mehr Zeit gibt es nicht. Jede Abfahrt muss sitzen, jeder Lift, jede Kurve, jede Entscheidung.

Auf der Jupiter-Piste erreichte ich Spitzengeschwindigkeiten von knapp 130 km/h. Insgesamt schaffte ich acht Abfahrten innerhalb einer Stunde.

Als ich nach exakt 60 Minuten stoppte, standen 5.861 Höhenmeter auf der Uhr.

Damit hatte ich den bisherigen Weltrekord, der 15 Jahre lang Bestand hatte, deutlich übertroffen. Und ich konnte meinen Lauf sogar 1 Minute und 3 Sekunden vor Ablauf der Zeit beenden. Ein unglaublicher Moment.


Ein Rekord, der nicht mir allein gehört



So ein Rekord entsteht nie allein. Dieses Ergebnis gehört auch all den Menschen, die mich auf diesem Weg begleiten – meinem Team, den Destinationen, meinen Ausstattern und Sponsoren. Ohne sie wäre ich niemals in Armenien gewesen.

Ein ganz besonderer Dank geht auch an Ani, die mich vor Ort unglaublich unterstützt hat und mir Land, Kultur und Menschen nähergebracht hat.

Während ich auf der Piste unterwegs war, hat mein Team den Versuch aus der Ferne verfolgt. Die offizielle Anerkennung des Rekords ist inzwischen eingereicht – jetzt heißt es warten, bis die Bestätigung erfolgt.


Noch ein persönlicher Rekord


Neben dem Weltrekord gab es an diesen Tagen noch einen weiteren besonderen Moment

für mich. Im Rahmen von #Project3M+2 konnte ich auch meinen persönlichen Tagesrekord verbessern:30.958 Höhenmeter an einem einzigen Tag.

Für mich zeigt das, dass dieses Projekt genau in die richtige Richtung läuft.


Der Blick geht nach vorne


Natürlich genieße ich diesen Moment. Ein Weltrekord ist immer etwas Besonderes.

Aber ehrlich gesagt richtet sich mein Blick schon wieder nach vorne. Denn #Project3M+2 ist noch lange nicht vorbei. Meine nächste Station wird die Wildkogel Arena im Salzburger Pinzgau sein. Dort plane ich einen längeren Block von fast vier Wochen, in dem ich täglich auf den Pisten unterwegs sein werde. Ich bin mir sicher: Wir werden dort noch einige Höhenmeter sammeln. Und genau darauf freue ich mich. Wer meinen aktuellen Stand verfolgen möchte, kann das jederzeit im Live-Ticker auf meiner Homepage tun.

Denn eines habe ich auf all meinen Reisen gelernt:

Wer Grenzen sucht, wird sie finden. Wer sie überwindet, schreibt Geschichte.

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©2025/26 von Der Bond auf Brettern - Skiweltrekordler Christian Flühr.

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